Kühlungsborn, das Ostseebad mit Überraschungseffekt

 
Was ist Kühlungsborn?
 
Für jeden neuen Besucher eine überraschende Entdeckung. In kaum einem anderen Ostseebad findet man eine ähnliche Atmosphäre und Architektur. den Stadtvätern gelang es, Riesenbauten aus Glas und Beton zu verhindern und stattdessen die alten Hotels und Pensionen aus der wende zum 19. Jahrhundert zu erhalten. Die sind nach jahrzehntelanger Vernachlässigung seit 1990 saniert und modernisiert worden, außen wie innen und bieten den Komfort, den man heute erwarten kann.


Heute ist Kühlungsborn das größte Ostseebad Mecklenburgs. Einst lagen hier die Bauern- und Fischerdörfer Brunshaupten und Arendsee und das Landgut Fulgen. Sie wurden 1938 zu einer Stadt mit dem Namen "Ostseebad Brunshaupten-Arendsee" gemacht. Weil der aber zu lang schien und auch nicht mehr auf die damaligen schmalen Eisenbahnfahrkarten passte, suchte man nach einem neuen Namen. Südlich der Stadt liegt ein bewaldeter Höhenzug, gerne das kleinste Mittelgebirge Deutschlands genannt, mit dem Namen Kühlung. Und dort entspringt ein Bach, der noch aus wendischer Zeit Cubanze heißt. Auf Deutsch heißt dieser Name Quelle oder Born und so verband man Kühlungsborn mit Born und hatte einen neuen Namen für die Stadt.

Sie bekam gleichzeitig ein neues Wappen, drei Möwen, je eine für die drei alten Ortsteile. Die ersten Badegäste kamen schon um 1855 in das Gut Fulgen. Dessen Besitzer Wittholz hatte für billiges Geld verunglückte Ziegelsteine gekauft und daraus ein Logierhaus gebaut. Nach Brunshaupten kamen die ersten Badegäste erst 1880. Als die Bauern und Handwerker sahen, dass man mit den Fremden Geld verdienen konnte, begannen sie Pensionen und Hotels zu errichten. Im Jahr 1900 zählte man schon 3000 Badegäste und ein Katalog von 1906 zeigt, dass damals etwa die Hälfte der Grundstücke in der Strandstraße, der heutigen zur Seebrücke führenden Hauptgeschäftsstraße, noch zu verkaufen waren. Es entstand ein eigenes und ungewöhnliches Ortsbild, heute "Bäderarchitektur" genannt. 


Das ist kein Stil, den sich jemand ausgedacht hat, er entstand von alleine. Zuerst baute man ein Logierhaus, rechteckig wie man es gewohnt war. Dann, wenn die Saison Geld gebraucht hatte, fügte man einen neuen Giebel, ein Türmchen, einen Wintergarten oder einen Seitenflügel hinzu. Nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück, wie das Geld da war.

Daraus entstand die Bäderarchitektur, und wenn man weiß, wann welches Stück angebaut wurde, kann man auch sagen, dass die Saison im Jahr davor ganz gut gewesen sein musste. Und die Architektur, mal ein bisschen verspielt, mal mit Jugendstileinflüssen, mal herrschaftlich wie ein Schloss beeindruckt jeden Besucher. Man hat das Gefühl, in der "guten alten Zeit" zu sein, als alles noch einfacher und übersichtlicher schien. Modern ist nur das Innere der Häuser, komfortabel und bequem.